Wärmepumpe Ratgeber 2026 - Typen, Kosten, BEG-Förderung

Lars Holmberg
Lars Holmberg

Energieingenieur

27. Februar 2026 Min. Lesezeit
Geprueft von Lars Holmberg Zuletzt aktualisiert 27. Februar 2026

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Wärmepumpen-Typen und Kosten 2026: Luft-Wasser 12.000-18.000 Euro, Sole-Wasser 18.000-25.000 Euro, Wasser-Wasser 20.000-30.000 Euro. BEG-Förderung über BAFA bis zu 40 Prozent Zuschuss. Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt typisch bei 3-5, das heißt 3-5 kWh Wärme pro 1 kWh Strom.

Eine Wärmepumpe senkt Ihre Heizkosten drastisch und wird mit bis zu 40 Prozent BEG-Förderung bezuschusst. Erfahren Sie alles über Typen, Kosten und Wirtschaftlichkeit.

Wichtigste Punkte

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen kosten 12.000-18.000 Euro und sind die günstigste Option
  • BEG-Förderung über BAFA bietet bis zu 40 Prozent Zuschuss auf die Investitionskosten
  • Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt typisch bei 3-5 - je höher, desto effizienter
  • Wartungskosten betragen nur 150-300 Euro pro Jahr, deutlich weniger als bei Gas- oder Ölheizung

Wärmepumpen-Typen im Vergleich

Es gibt drei Haupttypen von Wärmepumpen: Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Außenluft als Wärmequelle und sind mit 12.000-18.000 Euro die günstigste Variante. Sie lassen sich in nahezu jedem Gebäude nachrüsten und benötigen keine aufwändigen Erdarbeiten. Allerdings sinkt ihre Effizienz bei sehr niedrigen Außentemperaturen unter minus 10 Grad Celsius.

Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme) nutzen die konstante Bodentemperatur über Erdsonden oder Flachkollektoren. Sie kosten 18.000-25.000 Euro, arbeiten aber ganzjährig gleichmäßig effizient mit einer JAZ von 4-5. Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Grundwasser und erreichen die höchste Effizienz (JAZ bis 5,5), kosten jedoch 20.000-30.000 Euro und erfordern eine wasserrechtliche Genehmigung. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) empfiehlt, die Wahl vom Gebäudezustand und den geologischen Gegebenheiten abhängig zu machen.

Jahresarbeitszahl und Effizienz

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viel Wärmeenergie pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto niedriger die Betriebskosten. Die JAZ hängt von der Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur ab.

Für eine hohe JAZ ist eine niedrige Vorlauftemperatur entscheidend. Fußbodenheizungen arbeiten mit 30-35 Grad Celsius Vorlauftemperatur und sind ideal für Wärmepumpen. Radiatoren benötigen 50-70 Grad und senken die JAZ deutlich. Nach einer Analyse des Fraunhofer ISE erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen in gut gedämmten Gebäuden mit Fußbodenheizung eine JAZ von 3,5-4,5, während sie in Altbauten mit Radiatoren auf 2,5-3,0 fallen können. Bei einer JAZ unter 2,7 ist die Wärmepumpe wirtschaftlich fragwürdig.

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Investitionskosten und Betriebskosten

Die Gesamtkosten einer Wärmepumpenanlage setzen sich aus Gerät, Installation, Erschließung der Wärmequelle und Anpassungen am Heizsystem zusammen. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert 12.000-18.000 Euro, eine Sole-Wasser-Anlage mit Erdsondenbohrung 18.000-25.000 Euro. Hinzu können Kosten für eine neue Fußbodenheizung (50-100 Euro pro Quadratmeter) oder eine verbesserte Dämmung kommen.

Die jährlichen Betriebskosten sind jedoch deutlich niedriger als bei fossilen Heizungen. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh und einer JAZ von 3,5 kostet die Wärmepumpe etwa 8,6 ct pro kWh Wärme. Eine Gasheizung kostet bei 12 ct/kWh Gas und 90 Prozent Wirkungsgrad circa 13,3 ct pro kWh Wärme. Für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf ergibt das jährliche Einsparungen von 900-1.500 Euro. Die Amortisationszeit liegt je nach Typ und Förderung bei 6-12 Jahren.

BEG-Förderung über BAFA beantragen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) großzügige Zuschüsse für Wärmepumpen. Der Grundfördersatz beträgt 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Hinzu kommt ein Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent, wenn eine funktionierende Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung ersetzt wird. Zusätzlich gibt es einen Einkommensbonus von 30 Prozent für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro.

Der maximale Fördersatz ist auf 70 Prozent gedeckelt, die maximalen förderfähigen Kosten betragen 30.000 Euro für das erste Gebäude. WICHTIG: Der Antrag muss VOR Beginn der Maßnahme beim BAFA gestellt werden. Ein Vertrag mit dem Handwerker darf erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheids geschlossen werden. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 4-8 Wochen. Zusätzlich bietet die KfW ergänzende Kredite mit Tilgungszuschuss. Lassen Sie sich von einem zertifizierten Energieberater (dena-Liste) beraten, um die maximale Förderung zu erhalten.

Wartung und Lebensdauer

Wärmepumpen sind wartungsarm im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen. Eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb kostet 150-300 Euro und umfasst die Prüfung des Kältemittelkreislaufs, die Kontrolle der elektrischen Komponenten und die Reinigung der Filter. Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen zusätzlich eine regelmäßige Reinigung des Verdampfers von Laub und Schmutz.

Die Lebensdauer einer Wärmepumpe beträgt 15-25 Jahre für das Außengerät und bis zu 50 Jahre für Erdwärmesonden. Die meisten Hersteller wie Viessmann, Bosch, Vaillant und Stiebel Eltron bieten 5-10 Jahre Garantie. Im Vergleich: Eine Gasheizung hat Wartungskosten von 300-500 Euro jährlich inklusive Schornsteinfeger und muss nach 15-20 Jahren ausgetauscht werden. Über die gesamte Lebensdauer ist die Wärmepumpe damit die wirtschaftlichere Lösung.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe 2026 in Deutschland?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert 12.000-18.000 Euro, eine Sole-Wasser-Anlage 18.000-25.000 Euro und eine Wasser-Wasser-Anlage 20.000-30.000 Euro. Nach Abzug der BEG-Förderung von bis zu 70 Prozent kann die Eigeninvestition deutlich niedriger ausfallen.
Wie hoch ist die Förderung für Wärmepumpen?
Die BEG-Förderung über BAFA bietet einen Grundfördersatz von 30 Prozent plus Klimageschwindigkeitsbonus (20 Prozent) und Einkommensbonus (30 Prozent). Maximal sind 70 Prozent der förderfähigen Kosten bis 30.000 Euro möglich. Der Antrag muss vor Maßnahmenbeginn gestellt werden.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?
Ja, aber die Effizienz hängt von der Dämmung und dem Heizsystem ab. In Altbauten mit Radiatoren und hohen Vorlauftemperaturen ist die JAZ niedriger (2,5-3,0). Eine Kombination aus verbesserter Dämmung und Niedertemperatur-Heizkörpern macht die Wärmepumpe auch im Altbau wirtschaftlich.
Was ist eine gute Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Eine JAZ von 3,5 oder höher gilt als gut. Bei einer JAZ von 4 erzeugt die Wärmepumpe aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme. Werte unter 2,7 gelten als unwirtschaftlich. Die JAZ hängt vom Wärmepumpen-Typ, der Vorlauftemperatur und der Gebäudedämmung ab.

Verwandte Rechner

Quellen

  1. Bundesverband Wärmepumpe (BWP)
  2. BAFA - Bundesförderung effiziente Gebäude
  3. Fraunhofer ISE
Lars Holmberg

Geschrieben von

Lars Holmberg

Lars ist Energieingenieur mit uber 12 Jahren Erfahrung in Gebaude-Energieeffizienz und erneuerbaren Energielosungen in Nordeuropa. Er berat Haushalte zur Optimierung von Heizung, Solarenergie und Warmepumpen.

Diplom-Ingenieur Energietechnik, TU Munchen Zertifizierter Energieberater (DENA) Uber 12 Jahre Erfahrung mit Gebaude-Energielosungen